Häufige Fragen rund um einen Schlaganfall

Physiotherapeut von Bunz mobile Physio trainiert mit Patientin das Gehen.

Häufige Fragen rund um einen Schlaganfall

Ein Thema - viele Antworten

Was passiert bei einem Schlaganfall? Wer hat ein erhöhtes Risiko? Was sind die klassischen Symptome? Kann man vorbeugen? Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit den häufigsten Fragen rund um einen Schlaganfall.

Wie kommt es zur Unterversorgung des Gehirns?

Unter dem Überbegriff Schlaganfall werden akute gefäß- und durchblutungsbedingte Störungen des Gehirns zusammengefasst. Da es eines der am stärksten durchbluteten Organe ist, hat eine Unterbrechung der Blutversorgung schwerwiegende Folgen. Wenn Gefäße verstopfen, reißen oder platzen, werden Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, dadurch kann Gehirngewebe absterben. Wie gravierend die Folgen eines Schlaganfalls ausfallen, ist abhängig von der betroffenen Gehirnregion und der Dauer der Unterversorgung. 

Ist es eine Blutung oder ein Infarkt?

Die auftretenden Symptome und Beschwerden eines Schlaganfalls sind unabhängig von der Ursache, geben somit keinen Aufschluss auf den eigentlichen Auslöser. Der ist jedoch entscheidend für die Therapie. Mediziner unterscheiden bei den Ursachen für einen Schlaganfall zwei große Gruppen: Blutung oder Infarkt?

Eine Hirnblutung (Hämorrhagie) ist eher selten, davon ist nur etwa jeder fünfte Patient betroffen. Bei allen anderen Patienten liegt die Ursache in einer Mangeldurchblutung (Ischämie), also einem Hirninfarkt.

Verkalkte Gefäße oder auch Blutgerinnsel sind meist Auslöser, die für eine Minderdurchblutung sorgen und zu einem Hirninfarkt führen. Im jeweiligen Versorgungsgebiet zu einer Arterie wird das Hirngewebe unzureichend oder vielleicht sogar gar nicht mehr durchblutet. Diese Mangeldurchblutung führt dazu, dass Nervenzellen ihre Tätigkeit einstellen und in den betroffenen Hirnregionen verschiedene Störungen auftreten. Ist die Durchblutung sehr stark oder zu lange gestört, sterben die Nervenzellen sogar ab. 

Eine Hirnblutung kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein. Zu einer intrazerebralen Hirnblutung kommt es, wenn ein kleines Gefäß platzt und Blut in das Hirngewebe austreten kann - möglicherweise die Folge eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks. Bei einer extrazerebralen Blutung gelangt Blut in die Schädelkapsel außerhalb des Gehirns, vor allem in die Nervenwasserräume. Blutungsquelle sind größere Arterien, die außerhalb des Gehirns im Nervenwasserraum verlaufen. Diese Gefäßwandveränderungen sind meist angeboren und werden als Aneurysma oder Angiome bezeichnet. 

Was sind typische Symptome? 

Abhängig davon, welche Gehirnareale in welchem Ausmaß betroffen sind, sind die Anzeichen eines Schlaganfalls individuell unterschiedlich.Typisch ist das Auftreten von Ausfallerscheinungen (halbseitige Lähmungen an Armen, Beinen und im Gesicht, herabhängende Mundwinkel), Taubheitsgefühle, Sprach- und Sehstörungen sowie kognitive und psychische Veränderungen. Ferner kann es zu Kopfschmerzen, Schwindel und unsicherem Gang kommen.

Treten eines oder mehrere dieser Symptome auf, benötigen die Betroffenen umgehend medizinische Hilfe. Ein Schlaganfall kann nämlich nur in den ersten 3-4 Stunden nach dem Auftreten optimal behandelt werden. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Daher bei Verdacht sofort den Notarzt unter der Nummer 112 anrufen!

Wichtig zu wissen ist übrigens auch, dass in der Akutsituation klinisch, also anhand der Symptome, ein Infarkt nicht mit ausreichender Sicherheit von einer Blutung zu unterscheiden ist.

Was sind unbemerkte Schlaganfälle?

Manchmal sind die Symptome jedoch kaum ersichtlich, selbst für die Betroffenen. Wer beispielsweise im hohen Alter alleine lebt, spricht ohnehin wenig mit anderen Menschen, und bemerkt daher nicht, wenn es zu Wortfindungsstörungen oder Sprachverständnisstörungen kommt. Aus diesem Grund sind Hinweise von Personen aus dem Umfeld, die den Verdacht auf einen möglichen Schlaganfall äußern, oftmals ganz entscheidend, nicht nur die Eindrücke der Betroffenen selbst.

Wie kommt es zu “stummen” Schlaganfällen?

Es gibt außerdem die sogenannten „stummen“ Schlaganfälle, denn in manchen Fällen treten trotz der Minderdurchblutung des Gehirns keine offensichtlichen Symptome auf. Abhängig davon, welches Hirnareal betroffen ist, kann es sein, dass der Schlaganfall unbemerkt verläuft - nämlich dann, wenn das betroffene Areal nicht für Bewegung oder Sprache zuständig ist. Oder die Symptome zeigen sich nur sehr kurz und gehen wieder völlig vorüber. Vor allem Betroffene, die solch ein stummer Schlaganfall im Schlaf ereilt, spüren beim Aufwachen nichts mehr davon. Erst wenn weitere kleine stumme Infarkte auftreten, kommt es zu Symptomen wie  Gang- oder Gedächtnisstörungen und Wesensänderungen. 

Wie wird der Patient optimal versorgt?  

Bei einem Schlaganfall muss der Patient sofort in ein Krankenhaus gebracht werden, wenn möglich eines mit einer Stroke Station. Das ist eine spezielle Abteilung zur Versorgung von Schlaganfall-Patienten, über die jede größere Klinik verfügt. Hier wird schnell die Ursache des Schlaganfalls geklärt: Handelt es sich um die Verstopfung eines Blutgefäßes, wird diese medikamentös aufgelöst. Liegt dagegen eine Blutung bei einem Gefäß vor, muss operiert werden, um die Blutung zu stoppen und den Druck im Gehirn zu nehmen.

Warum schnell in die Reha?

Nach der medizinischen Erstversorgung und Stabilisierung des Zustands auf der Stroke Station folgt zur Weiterbehandlung die Überweisung in eine Reha Einrichtung. Dort werden die Patienten intensiv dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten und Kompetenzen wiederzuerlangen. Wie gut das letztendlich gelingt, ist individuell sehr verschieden.

Weshalb steigert eine schnelle Behandlung die Heilungschancen?

Was für viele andere Krankheiten gilt, gilt bei einem Schlaganfall erst recht: Wird schnell behandelt, steigen die Heilungschancen! Denn unser Gehirn ist erstaunlich flexibel. Dadurch können Fähigkeiten, die durch einen Schlaganfall verloren gegangen sind, wieder erlernt werden. Hierfür übernehmen benachbarte Hirnareale die Aufgaben der zerstörten Nervenzellen. Die Behandlung eines Schlaganfalls muss umgehend erfolgen, um das Gehirn vor den Folgen der Minderdurchblutung zu schützen.

Was sind die möglichen Folgeschäden?

Während es für jede Art von Schlaganfall absolut typisch ist, dass dieser ohne große Vorwarnung auftritt, kann über die langfristige Entwicklung der Erkrankung, sprich die Heilungschancen, zunächst nicht viel vorhergesagt werden. Die Beeinträchtigungen können sich zunehmend verschlechtern, genauso gut aber auch zügig verbessern. 

Wie ist die langfristige Prognose?

Ein Schlaganfall ist eine gravierende Erkrankung, die in vielen Fällen schwerste Behinderungen zurücklässt oder sogar zum Tode führt. Manche Patienten haben lebenslang mit starken Einschränkungen zu kämpfen, nicht nur körperlich, sondern auch kognitiv. Im besten Fall bleiben den Patienten keinerlei Einschränkungen. Patienten, die in der Rehaphase engagiert mitarbeiten, erzielen jedoch oftmals wesentlich bessere Erfolge und holen sich damit mehr Lebensqualität zurück.  

Was kann das Risiko minimieren?

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Gefahr eines Schlaganfalls erhöhen. Zu diesen Risikofaktoren zählen unter anderem Bluthochdruck, Übergewicht, ein zu hoher Cholesterinspiegel, die Neigung zu Thrombosen, Diabetes und Rauchen. Manche dieser Faktoren kann man durch eine gesunde Lebensweise positiv beeinflussen und damit die Gefahr eines Schlaganfalls reduzieren. 

Darüber hinaus gibt es medizinische Vorsorgemöglichkeiten, anhand derer sich das persönliche Schlaganfallrisiko bestimmen lässt. Hierfür wird die Halsschlagader per Ultraschall untersucht, um festzustellen, ob sich dort Ablagerungen befinden, die zu einer Verengung der Halsschlagader führen - ein Indikator für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

 

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