Zur Befundung verwendet Sergej Schanowski wie alle Physiotherapeuten den üblichen Fragebogen, der die Krankheitsgeschichte und den aktuellen Stand festhält. „Wir halten uns hier an evidenzbasierte Standards und machen eine Bestandsaufnahme. Zusätzlich führen wir spezielle Tests durch, die Aufschlüsse darüber geben, wo die Probleme bestehen“, schildert Sergej. Dies sei die Grundlage, um die gesundheitlichen Beschwerden kategorisieren zu können, um an Ärzte einen Bericht zu schreiben oder die Patienten beispielsweise an Kollegen übergeben zu können.
Erweiterter Fragebogen zur Ergänzung
Dieser Standardbogen ist die Pflicht, die nun folgenden 10 Minuten sind die Kür. Denn das sind die 10 Minuten, in denen Sergej die ganz entscheidenden Informationen bekommt. Sie verschaffen ihm die nötigen Einblicke, um die optimale Behandlung für seinen Patienten festzulegen. So kommt es, dass Sergej einen erweiterten Fragebogen ausgearbeitet hat, den er immer zusätzlich zur Standardbefundung anwendet. „Dieser Fragebogen hilft mir zu verstehen, was genau bei diesem Patienten los ist. Und er hilft mir, eine Hypothese aufzubauen und aufgrund dieser gemeinsam mit dem Patienten Ziele auszuarbeiten. Dementsprechend erstelle ich anschließend einen individuellen Behandlungsplan“, so Sergej.
Winzige Details sind oft entscheidend
In seinem persönlichen Befundungsbogen geht er auf winzige Details ein. Er möchte beispielsweise wissen, wo genau die Schmerzen oder Beschwerden in den letzten 24 Stunden zu bemerken waren. Sind die Schmerzen konstant? Oder verändert sich etwas? Wie war das vor 5 Tagen? Gibt es einen Unterschied zu bemerken innerhalb dieses Zeitraums? Kommen die Schmerzen in bestimmten Positionen, werden sie durch Bewegungen ausgelöst, tauchen sie in Ruhephasen oder im Schlaf auf?
Art und Ort exakt lokalisieren
Auch auf die Art des Schmerzes kommt es an. Sergej bittet die Patienten, diese bildhaft zu beschreiben: stechend wie mit einem Messer, spitz wie mit einer Nadel, stumpf oder eher brennend? Wandert der Schmerz? Wenn ja, wohin? Zieht er beispielsweise von unten nach oben oder umgekehrt. Wo ist der Ursprung zu spüren, fühlen sich die Schmerzen eher oberflächlich oder tieferliegend an?
Ein genaues Feedback hilft dem Physio
Das hört sich jetzt alles sehr umfangreich an, doch sind es genau diese kleinen Informationen, anhand derer es Sergej möglich ist, sich ein vollständiges Bild von seinem Patienten zu machen. „Wichtig ist, dass der Patient in der Lage ist, den Schmerz genau zu benennen und zu beschreiben. Er soll Achtsamkeit für sich selbst entwickeln und seinen Körper genau wahrnehmen. So kann er mir regelmäßig ein Feedback geben, das mir hilft, die Ergebnisse zu vergleichen und zu sehen, was sich im Zuge der Therapie verändert. Daraus kann ich dann schließen, ob wir auf dem richtigen Weg sind“, betont Sergej.
Den Ursachen auf die Spur kommen
Grundsätzlich sei es für jeden Menschen wichtig, die Achtsamkeit für seinen Körper zu trainieren und Veränderungen im Blick zu haben. Für Sergej ist der so genannte Beschwerden-Befund auch deshalb ein probates Mittel, den Ursachen der Probleme auf die Spur zu kommen. Je mehr Informationen der Patient ihm liefern kann, desto besser. Als guter Physiotherapeut bekomme er hierdurch die entscheidenden Hinweise, welche Körperstrukturen tatsächlich betroffen sind: „Die vielen winzigen Details sind der Stoff, den ich brauche, um den Schlüssel zum Schmerzen zu finden. Daher halte ich es für entscheidend, zu den physiotherapeutischen Standards meine praktische und psychologische Erfahrung hinzuzufügen.“
Vertrauen zum Patienten aufbauen
Sergej schmunzelt, wenn er an ältere Patienten denkt. Für sie ist das oft etwas völlig Neues, so intensiv auf alles zu achten, was in ihrem Körper vor sich geht. Und dann werden sie dazu obendrein noch detailliert befragt. Und trotzdem lassen sie sich fast immer darauf ein. Dann klappt Sergejs Methode auch genauso gut wie bei den Jüngeren. „Ich kann so in kurzer Zeit meine Hypothese aufbauen und bekomme einen Draht zum Patienten. Und umgekehrt entsteht beim Patienten auf diese Weise Vertrauen. Er spürt bald, dass ich nicht nur zum Behandeln komme, sondern das eigentliche Problem mit ihm finden und lösen möchte. Das ist die perfekte Ausgangssituation, um erfolgreich therapieren zu können.“
Hausbesuch in vertrauter Umgebung
In ihren eigenen vier Wänden fällt es den Patienten meist leichter, sich zu entspannen. Daher ist Physiotherapie im Hausbesuch ein toller Service, der bei Bunz mobile Physio auch kurzfristig buchbar ist. Unsere Mitarbeiter versorgen Patienten in vielen Regionen Deutschlands und in Österreich.