Entspannte Muskeln funktionieren wie eine gute Ehe

Unsere Physiotherapeutin Jessica Kausche aus Hannover hatte in ihrem beruflichen Leben schon viel gesehen, aber einen Menschen, der annähernd im 90 Grad Winkel gekrümmt ging, weil aufrecht gehen nicht mehr möglich war - da staunte selbst sie. Doch schnell kam sie der Ursache auf die Spur.

Die Diagnose des Orthopäden lautete LWS-Syndrom, also Beschwerden an der Lendenwirbelsäule. “Das wird gerne diagnostiziert, sagt viel und nichts. Es ist ein breites Feld”, sagt Jessica Kausche. Und so machte sich die 44 Jährige, die für Bunz mobile Physio im Großraum Hannover auf Hausbesuch geht, auf die Suche nach der Ursache für die massiven Haltungsschäden ihres Patienten. Diese waren extrem ausgeprägt: Der Mann ging derart vornübergebeugt, dass er bereits von Fremden beäugt wurde. Das Problem war offensichtlich und die Schmerzen leider erheblich. 

Völlig verkürzter Hüftbeuger

Der Patient selbst, auch sein Arzt - jeder dachte: Ok, der Schmerz sitzt hinten, also sitzt auch das Problem dort. Doch Jessica hatte eine Idee, der sie nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt nachging. Sie tippte nämlich auf einen Muskel namens Iliopsoas, zu deutsch den Hüft- und Rumpfbeuger in der Leistengegend, der bei ihrem Patienten massiv verkürzt war. Der Muskel hatte sich bereits derart zusammen gezogen, dass ein aufrechter Gang rein physisch gar nicht mehr möglich war. Zum Glück reichten ein paar Behandlungen, dann war alles wieder im Lot.

“In solchen Fällen ist es manchmal schwierig, schnell die Ursache zu finden. Denn der verkürzte Muskel vorne in der Leiste, der tut gar nicht weh. Was weh tut, ist sein Gegenspieler im Rücken. Der ist ja dauerhaft überdehnt und das sorgt für die Schmerzen”, erklärt Jessica. 

Vertrauen als Schlüssel zum Erfolg

Nun hieß es den Hüft- und Rumpfbeuger umfassend zu dehnen. Und zum Dehnen gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Ansätze: Entweder man zieht ihn in die Länge oder man geht mit Druck mitten auf den Muskel. Fast jeder Muskel geht über zwei Gelenke, beispielsweise bei der Wade über Sprunggelenk und Knie. So kann man durch Verlängerung eine Dehnung erzeugen, aber auch, indem man mittig auf den “Muskelbauch” drückt. “Irgendwann kommt vom Gehirn dann die Rückmeldung, locker werden - der Klügere gibt nach”, lacht Jessica. Wird der Muskel weich und locker, kann sich auch sein Gegenspieler endlich entspannen. 

Ein Team: der Muskel und sein Gegenspieler

Grundsätzlich funktionieren Agonist (Muskel) und Antagonist (Gegenspieler-Muskel) am Besten im Team. Wenn sich dagegen einer verkürzt und der andere überdehnt, geraten die beiden aus dem Gleichgewicht und können nicht mehr richtig zusammenarbeiten. Der zu kurze Muskel verspannt sich, der überdehnte kann nicht mehr richtig kontrahieren und kämpft immer gegen den verkürzten an. 

Nackenschmerzen als ein typisches Beispiel

Das beste Beispiel sind laut Jessica die Nackenschmerzen von Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen. Sie senken den Kopf, um auf Bildschirm und Tastatur zu schauen, die Schultern neigen sich nach vorne. In dieser gekrümmten Haltung beginnen dann die Nackenschmerzen.

Doch was passiert tatsächlich? Nacken und Schultermuskeln müssen sich überstrecken, also übermäßig dehnen und verspannen hierbei. Die Brustmuskulatur wird nicht benötigt und verkürzt sich. Abhilfe schafft ein Aufdehnen der Brustmuskulatur entweder durch Stretching oder Dehnen auf einem Gymnastikball, aber auch typische Yogaübungen wie die Cobra oder der Krieger sind bestens geeignet. 

Es funktioniert wie in einer guten Ehe

Unsere Therapeutin scherzt: “Bildlich gesprochen funktioniert es wie in einer guten Ehe: Auch da ist wichtig, dass beide zusammenarbeiten und sich dabei gegenseitig die Chance geben, etwas zu machen. Wenn einer gar nicht die Chance hat, etwas zu machen, wird er auch nichts tun. Sich gegenseitig unterstützen, aber nicht die Bereiche des anderen übernehmen, sonst kommt alles aus dem Gleichgewicht - das ist das Erfolgsrezept.”  

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