Tanja Schütz 22.08.2017

Was macht einen guten Arbeitsplatz aus? Physiotherapeuten erzählen!

Was macht einen guten Arbeitsplatz aus? Wir wollten es wissen und verraten vorab: Flexibilität und Wertschätzung sind vielen Physiotherapeuten sehr wichtig, ihren Verdienst nennen sie häufig zuletzt.

Wenn Cornelia Kunnert aus Graz in der Vergangenheit die Arbeitsstelle wechselte, legte sie das Augenmerk auf diese Punkte: ein gutes Bauchgefühl, zeitliche Flexibilität, Wertschätzung als Person und ob ihr die entsprechende Fachrichtung liegt. Kurz denkt die Österreicherin nach, dann geht es weiter mit ihren Job-Kriterien: “Abwechslung, Anerkennung und…… oh, ja! Ein vernünftiges Gehalt. Da sieht man mal wieder, das Gehalt kommt als Letztes”, scherzt die Physiotherapeutin, die sowohl in Festanstellung als auch als Freiberuflerin für Bunz mobile Physio in Graz arbeitet.

Geldverdienen steht nicht an erster Stelle

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten machen ihren Beruf aus Berufung. Geldverdienen ist für sie nicht das Wichtigste. Oft spielen ganz andere Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Arbeitsplatzes.

Zeitliche Flexibilität

Um bei Cornelia Kunnert zu bleiben: Sie hat beispielsweise ihre Arbeitszeit in der Praxis erheblich reduziert, um nebenher freiberuflich zu arbeiten. Das verschafft ihr die nötige Flexibilität, die sie für ihre Kinder braucht. Außerdem muss sie auf diese Weise für das gleiche Einkommen nur zwei Drittel der Zeit aufbringen.

Mehr Abwechslung in einer Praxis

Kunnert arbeitete nach ihrer Ausbildung auch eine Zeit lang in einer Klinik. “Aber das war mir zu eintönig. Klar ist dort alles ruhiger und gemütlicher, dafür hat man fast immer postoperative Fälle. Man macht immer das gleiche mit den Patienten”, erzählt sie. In einer Praxis dagegen herrsche viel Abwechslung. Die Krankheitsbilder sind sehr vielfältig, auch die einzelnen Krankheitsstadien.

Kurze Arbeitswege bringen Lebensqualität

“Andere Faktoren sind natürlich wichtiger als das Gehalt”, steht auch für Christine Welschenbach fest. Sie war es leid, zu ihrer alten Stelle einen langen Arbeitsweg zu haben. Deshalb suchte sie sich einen neuen Job - so nah, dass sie mit dem Fahrrad hinfahren kann. “Auch wenn ich jetzt 100 Euro weniger verdiene, ich gewinne so viel Zeit. Das ist es allemal wert.”

Angenehmes Umfeld ist wichtig

Zusätzlich spielt für die Kölnerin aber auch ein nettes Umfeld eine Rolle. Schöne Räumlichkeiten, große Fenster, Tageslicht, eine freundlich Athmosphäre, eine gut ausgestattete Praxis - all das macht ihr das Arbeiten angenehm. Der Austausch mit den Kollegen in der Praxis muss zwar aus Zeitmangel meist zwischen Tür und Angel stattfinden, für die 26-Jährige ist die Arbeit im Team dennoch sehr wichtig. “Manchmal besprechen wir uns erst am Feierabend. Hat aber einer von uns einen schwierigen Fall, nimmt sich immer ein anderer die Zeit, einen zweiten Blick darauf zu werfen. Diesen Erfahrungsaustausch finde ich sehr wertvoll!”

Tipps und Tricks im Team austauschen

Sich gegenseitig Tipps und Tricks zu geben oder Informationen zukommen zu lassen - auch Michaela Grund zählt diese Vorzüge bei der Arbeit im Team auf. Sie schätzt es, angenehme Kollegen um sich zu haben. Aber auch die Freiheit und zeitliche Flexibilität bei ihrem zweiten Standbein, dem Minijob bei Bunz mobile Physio, bedeuten ihr sehr viel. Erfreulicherweise muss sich die Münchnerin auch hier nicht mit der für sie so lästigen Verwaltungsarbeit abmühen. “Andere können die Verwaltung schneller und besser als ich. Zum Glück muss ich mich weder in der Praxis noch bei Bunz mobile Physio darum kümmern. Stattdessen darf ich sogar jeden einzelnen Patienten 60 Minuten lang therapieren”, freut sich die Münchnerin.

Angemessene Bezahlung gibt Sicherheit

Eine angemessene Bezahlung gibt ihr Sicherheit und Gelassenheit - Wertschätzung ist wichtig für das tägliche Sein. Und das Wissen, dass ihr Arbeitgeber immer hinter ihr steht, verschafft Michaela Grund die Zuversicht, dass es für alle Eventualitäten des Lebens, ob Umzug, Krankheit oder Probleme in der Familie, ein “Notfall-Fenster der Rücksichtnahme” gibt - so nennt es Grund. Dafür bringt auch sie sich umgekehrt im Job voll ein: menschlich, fachlich, zeitlich. Das ist für sie selbstverständlich. “Mir muss das Konstrukt, in dem ich arbeite, schlichtweg Spaß machen. Ich möchte mit Freude behandeln!”

Nebenjob sorgt für tolles Zubrot

Corinna Krebs arbeitet als Physiotherapeutin in Berlin. Sie fährt wie viele ihrer Kolleginnen zweigleisig, arbeitet in einer Festanstellung und macht zusätzlich Hausbesuche für Bunz mobile Physio. Für sie spielt Finanzielles durchaus eine Rolle, aber eben auch nur eine untergeordnete: “Ich habe gerade ein Jobangebot ausgeschlagen, bei dem ich mehr verdient hätte, da ich mich bei meinem jetzigen Arbeitgeber so wohl fühle.” Den kleinen Verlust macht sie durch ihre Freiberuflichkeit problemlos wett: “Der Stundenlohn bei Bunz mobile Physio ist einfach super, das ist jeden Monat ein tolles Zubrot.”

Vertrauen wächst über die Jahre 

Viele Bausteine machen für die 32-Jährige den “Wohlfühl-Effekt” in der Praxis aus: nette Kollegen und der Austausch mit ihnen, kulante Arbeitsbedingungen, sprich Urlaubswünsche werden berücksichtigt oder die Arbeitszeiten flexibel gehandhabt, die Wertschätzung ihrer Arbeit und entsprechendes Lob vom Chef. “Diese Wertschätzung und das gegenseitige Vertrauen wächst über die Jahre. Ist es mal da, möchte man es nicht mehr missen”, betont Corinna Krebs und verweist auf das Nehmen und Geben in dieser Beziehung: Sie kommt zur Arbeit, selbst wenn der Hals mal kratzt, ist immer pünktlich, denkt selbständig mit und hält ihrer Praxis die Treue, auch wenn sie woanders ein paar Euro mehr geboten bekommt.

Schlechte Bezahlung ist ein wunder Punkt

Man sieht, es ist sehr vielfältig, was für die einzelnen Physiotherapeuten/-innen von persönlicher Bedeutung ist. Unser Beitrag heute gewährt nur kleine, individuelle Einblicke in ganz persönliche Lebenssituationen. Dennoch ist bei allen Therapeutinnen heraus zu hören: Sie sind in Festanstellungen nicht üppig bezahlt und machen ihren Job bestimmt nicht nur des Geldes wegen. Die eher schlechte Bezahlung scheint für manch einen ein wunder Punkt zu sein. In diesem Zusammenhang gibt es Stimmen, die sich eine stärkere Lobby der Berufsverbände beziehungsweise mehr Wertschätzung seitens der Patienten und Ärzte wünschen. Dazu demnächst mehr.

Verdienst Teil 3: Jede Fortbildung bedeutet eine kleine Gehaltssteigerung

Wer als Physiotherapeut mehr verdienen möchte, sollte sich regelmäßig fortbilden. Denn jede Zusatzausbildung bringt auf lange Sicht bares Geld. Lesen Sie unseren Blog-Beitrag

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Tanja Schütz 18.07.2017
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