Tanja Schütz 18.07.2017

Verdienst Teil 3: Jede Fortbildung bedeutet eine kleine Gehaltssteigerung

Wer als Physiotherapeut mehr verdienen möchte, sollte sich regelmäßig fortbilden. Denn jede Zusatzausbildung bringt auf lange Sicht bares Geld.

Als Physiotherapeut wird man nicht reich, das ist schon klar. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede, wie viel Therapeuten am Monatsende in der Tasche haben. Drei Beiträge in unserem Blog drehen sich aktuell um die Gehälter von Physiotherapeuten und -therapeutinnen in Deutschland. Sie beleuchten die vier Faktoren, die unter anderem ausschlaggebend sind für die Höhe des Einkommens:
  • regionale Unterschiede
  • selbständig oder angestellt
  • Qualifikationen
  • Alter
….hinzu kommt noch eine gute Portion Verhandlungsgeschick ;-)

Nachdem wir bereits viel über die Themen regionale Unterschiede und die Frage selbständig oder angestellt geschrieben haben, geht es heute um Qualifikationen. Hier gilt: Je mehr desto besser. Jede einzelne Fortbildung bedeutet auf lange Sicht einen kleinen Gehaltssprung. Wer Mitarbeiter mit speziellen Qualifikationen sucht, ist oft gewillt, diese auch besser zu bezahlen. Im Umkehrschluss sind Fortbildungen für die Mitarbeiter eine gute Argumentationsgrundlage, wenn es in den Gehaltsverhandlungen um den entscheidenden Sprung nach oben geht.

Ausbildung oder Studium

Das Einstiegsgehalt als Physiotherapeut hängt grundsätzlich aber davon ab, ob man eine Ausbildung absolviert oder ein Studium abgeschlossen hat. Ein Bachelor oder gar ein Master bringen gleich zum Berufsstart ein paar hundert Euro mehr verglichen mit einer dreijährigen schulischen Ausbildung. Viele Physiotherapeuten ohne Studium kommen in den ersten zwei Jahren nicht über 1900 bis 2000 Euro brutto im Monat hinaus. Wer dagegen studiert hat, darf mit einem Einstiegsgehalt zwischen 2100 und 2400 Euro rechnen.

Frauen verdienen schlechter

Weibliche Physiotherapeuten verdienen schon beim Berufseinstieg durchschnittlich 100 Euro weniger als ihre männlichen Kollegen. Diese Differenz bleibt im Laufe des weiteren Berufslebens bestehen - soweit die Statistik. Also Frauen, verändert die Statistik...!

Im Alter mehr Geld

Mit zunehmender Berufserfahrung und zusätzlichen Fortbildungen steigt das Gehalt innerhalb der gesamten Berufsgruppe gut an. Es erhöht sich alle fünf Jahre um etwa 100 Euro, so dass die Physiotherapeuten im Alter von 50 Jahren um die 2500 Euro (bundesweiter Durchschnitt) verdienen. Eine weitere Auswirkung auf das Monatsgehalt hat die Firmengröße. Meist gilt die Faustregel, je mehr Mitarbeiter desto besser die Bezahlung.

Öffentlicher Dienst zahlt nach Tarif

Feste Tarifverträge für Physiotherapeuten gibt es im öffentlichen Dienst. Der Einstieg ist normalerweise in der Gehaltsgruppe 7 (2100 Euro brutto), und kann sich je nach Position bis auf 2700 Euro monatlich steigern. In leitender Funktion oder mit einem Bachelor Abschluss kann sogar die Entgeltgruppe 10 erreicht werden, die ein Gehalt von rund 3800 Euro brutto vorsieht.

In Praxen gut verhandeln

Das Gehalt kann stark von diesen Zahlen abweichen, ist man nicht im öffentlichen Dienst beschäftigt, sondern arbeitet selbständig oder fest angestellt in einer privaten Praxis. Einige Arbeitgeber orientieren sich zwar an den Tarifen, jedoch sind sie nicht an die Tarifverträge gebunden. Zusatzverdienst tut dem Konto gut Michaela Grund, Physiotherapeutin in München, ist mit ihrem Verdienst ganz zufrieden. Sie fährt zweigleisig und arbeitet sowohl in einer Praxis in Festanstellung als auch freiberuflich für Bunz mobile Physio. “Meine selbständige Arbeit für Bunz mobile Physio peppt mein monatliches Gehalt ordentlich auf. Das tut mir finanziell gut, auch wenn ich in meiner Festanstellung wirklich gut verdiene. Dennoch - wenn man mich mit einer Krankenschwester vergleicht, die allerdings Schicht arbeitet - bin ich als Physiotherapeutin schlecht bezahlt”, sagt Grund.

Geld ist nicht alles

Geld ist nicht alles - ein wahres Wort und ausschlaggebend für die Entscheidung von Corinna Krebs aus Berlin. Sie hatte ein Jobangebot, deutlich besser dotiert als ihre jetzige Anstellung. Aber sie schlug die neue Stelle aus, weil sie sich bei ihrem momentanen Arbeitgeber so wohl fühlt. “Ich nehme die finanzielle Einbuße in Kauf und bleibe, wo ich bin. Klar spielt Finanzielles eine Rolle, doch ist meine persönliche Erfahrung: Man verbringt so viel Lebenszeit an seinem Arbeitsplatz, den “Wohlfühl-Effekt” darf man keinesfalls unterschätzen,” betont sie. Die Einbuße gleich sie problemlos aus, denn auch sie verdient bei Bunz mobile Physio selbständig dazu, indem sie Patienten in Berlin therapiert.

Andere Werte zählen ebenso

Ein Blick auf die Kontoauszüge zeigt, üppig bezahlt werden Physiotherapeuten und -therapeutinnen nicht. Doch Geld allein ist für sie alle nicht entscheidend. Bei der Wahl des Arbeitsplatzes spielen vielmehr andere Kriterien wie Wertschätzung oder zeitliche Flexibilität eine große Rolle. Was macht einen guten Arbeitsplatz aus? Darum geht es in einem unserer nächsten Beiträge.

Verdienst Teil 1: Einkommen als Physiotherapeut abhängig von Region

Verdiene ich genug? Diese Frage beschäftigt die Physiotherapie-Szene ungemein. Wir hörten uns um: Die Faktoren Region, selbständig oder angestellt haben den größten Einfluss auf das Einkommen.

Weiterlesen play_arrow
Tanja Schütz 20.06.2017

Verdienst Teil 2: In der Physio ist Stundenlohn nicht gleich Stundenlohn

Physiotherapeuten verdienen von Haus aus nicht üppig. Doch wer genau hinsieht, stellt zudem fest: Stundenlohn ist nicht gleich Stundenlohn. Am Ende bleibt unterschiedlich viel.

Weiterlesen play_arrow
Tanja Schütz 03.07.2017

Freiberuflicher Physiotherapeut Teil 2: Start in die Selbständigkeit

Wagen Sie als freiberuflicher Physiotherapeut bei Bunz mobile Physio erste Schritte in die Selbständigkeit! Wir helfen, wo wir können.

Weiterlesen play_arrow
Tanja Schütz 16.03.2017
HIER INFORMIEREN