Tanja Schütz 20.06.2017

Verdienst Teil 1: Einkommen als Physiotherapeut abhängig von Region

Verdiene ich genug? Diese Frage beschäftigt die Physiotherapie-Szene ungemein. Wir hörten uns um: Die Faktoren Region, selbständig oder angestellt haben den größten Einfluss auf das Einkommen. Wer ein offenes Ohr hat für Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hört schnell heraus, dass es ein Thema gibt, das offenbar viele bewegt: Geld und Bezahlung. “Verdiene ich genug?”- diese Frage ist schwierig und vor allem nur individuell zu beantworten. Bunz mobile Physio will wissen, klaffen Wahrnehmung und tatsächliches Gehalt wirklich so weit auseinander? Nach allgemeinen Recherchen zum Gehalt als Physiotherapeut und vielen, vielen Gesprächen mit Physiotherapeuten selbst wurde klarer, wo es in der Physiotherapie-Szene Unterschiede gibt und womit diese zusammenhängen.

Vier Faktoren entscheiden

Es gibt vier Faktoren, die großen Einfluss haben:
  • regionale Unterschiede
  • selbständig oder angestellt
  • Qualifikationen
  • Alter
....hinzu kommt noch eine gute Portion Verhandlungsgeschick ;-)

Zunächst haben wir uns eingehend mit dem ersten Faktor “regionale Unterschiede” beschäftigt. Da er sich als sehr umfassend erwies, beschränken wir uns heute darauf und berichten über die anderen drei Faktoren in nachfolgenden Beiträgen.

Die Gehaltsspanne ist groß

Das bundesweite Durchschnittsgehalt als Physiotherapeut und Physiotherapeutin liegt bei knapp 2200 Euro brutto im Monat. Die Gehaltsspanne ist ziemlich groß: Im unteren Gehaltsbereich verdienen 25 Prozent der Physiotherapeuten weniger als rund 1650 Euro, im oberen Gehaltsbereich bekommen dagegen 25 Prozent fast 3000 Euro. Eine gewaltige Differenz, auf die die Region den größten Einfluss hat.

Hessen verdienen am meisten

Vergleicht man das durchschnittliche Jahreseinkommen aller Bundesländer, sind die Physiotherapeuten in Hessen die Spitzenverdiener. Sie verdienen mit rund 2500 Euro in der Bundesrepublik am meisten, gefolgt von den Baden-Württembergern (rund 2400 Euro pro Monat) und den Bayern (etwa 2300 monatlich). Das Schlusslicht machen die Physiotherapeuten in Sachsen-Anhalt, die jeden Monat mit nur rund 1650 Euro rechnen können, und Brandenburg mit etwa 1700 Euro.

Lebenshaltungskosten berücksichtigen

Die Gehaltsschwankungen wirken auf den ersten Blick sehr gravierend, allerdings gleichen sich die Gehälter in der Realität wieder ein Stück weit an, wenn man die Lebenshaltungskosten in der entsprechenden Region vergleicht: Ein Cappuccino in München kostet leider das Doppelte wie Sachsen-Anhalt, von den Mieten für eine Wohnung ganz zu schweigen.

Individuelle Einschätzung

Interessant sind die Einschätzungen unserer eigenen Mitarbeiter, die wir beispielhaft in Köln, Berlin und München befragten.

Michaela Grund, unsere Mitarbeiterin in München, bewertet 2000 Euro als schlechte Bezahlung, 2500 Euro als akzeptabel, 2700 Euro als gut und 3000 Euro als super. In der Realität verdienen die Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen in der bayerischen Landeshauptstadt jedoch durchschnittlich nur 2300 Euro monatlich, das ist für die Münchnerin weniger als akzeptabel.

Corinna Krebs behandelt unsere Patienten in Berlin. Dort liegt das durchschnittliche Einkommen bei 2050 Euro im Monat. Die 32-jährige stuft 1800 Euro als schlecht, 2300 Euro als akzeptabel, 2900 Euro als gut und 3600 Euro als super ein. Ihrer Einschätzung nach verdienen die meisten Therapeuten in Berlin also eher schlecht als akzeptabel.

Schauen wir nach Köln, wo für uns unter anderem Christine Welschenbach tätig ist. Sie stuft 1800 Euro als die unterste Grenze ein, 2000 Euro seien durchaus akzeptabel, 2300 Euro ein gutes Gehalt und super verdient man in Köln ab etwa 2500 Euro, berichtet die 26-Jährige. Statistiken zufolge erhalten Kölner Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen durchschnittlich einen Monatslohn in Höhe von 2100 Euro, also gerade so über der für Welschenbach akzeptablen Grenze.

Italiener bekommen Hungerlohn

Interessant ist auch der Blick über die deutsche Grenze hinweg: Für einen Hungerlohn arbeiten offenbar viele Italiener. “Auch selbständig verdienen wir meist nicht mehr als 15 Euro pro Stunde”, erzählt Physiotherapeut Davide Arcari. Die Krux sei, dass es in Italien ein Überangebot an Physiotherapeuten gibt, die wie in einem Haifischbecken um die Patienten kämpfen. Zusätzlich wird die Situation noch getoppt durch eine extrem schlechte Erstattung der Kassen, egal ob privat oder gesetzlich.

Super bezahlt in den Niederlanden

Die Niederlanden dagegen scheinen ein “Schlaraffenland” für Physiotherapeuten zu sein. Ein Deutscher, der in Amsterdam arbeitet, beziffert das Gehalt in den Niederlanden mit 4000 bis 5000 Euro brutto. Das mache netto zwischen 2600 und 3000 Euro. In seinem Blog-Beitrag empfiehlt er allen, die bereit sind ins Ausland zu gehen, nicht nur die Niederlanden sondern auch die Schweiz. Und wer daran denkt, einen Master zu machen, der sei in Australien und Kanada gut aufgehoben.

Österreicher gut dabei

Österreich gleicht sich allerdings wieder eher an die deutschen Verhältnisse an. Dort gibt es ebenfalls die regionalen Unterschiede (Wiener verdienen beispielsweise besser als Grazer), doch liegt das durchschnittliche Gehalt immerhin bei 2430 Euro im Monat, in einer Liga also mit Hessen oder Baden-Württemberg. Cornelia Kunnert arbeitet für Bunz mobile Physio in Graz. Sie beziffert ein schlechtes Einkommen mit etwa 1800 Euro, ein akzeptables mit 2300 Euro, ein gutes mit 2500 Euro und super sind für sie 3000 Euro im Monat. Die statistisch errechneten 2430 Euro im Monat liegen also zwischen akzeptabel und gut. Den Österreichern geht´s demnach nicht schlecht ;-)!

Noch mehr Informationen

Wieviel letztendlich im Geldbeutel landet, hängt aber nicht nur von der jeweiligen Region ab, sondern auch davon, ob ein Physiotherapeut selbständig oder angestellt arbeitet. Klar ist: Stundenlohn ist nicht gleich Stundenlohn. Und wer sich für unser Team und die Verdienstmöglichkeiten bei Bunz mobile Physio interessiert, erhält hier nähere Informationen oder nimmt direkt mit uns Kontakt auf.

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