Tanja Schütz 22.11.2018

Glück im Physiotherapie-Job: Wie wichtig ist die Eigenverantwortung?

Was macht Physiotherapeuten in ihrem Job glücklich? Sind es die netten Kollegen, die dankbaren Patienten, der Sinn ihrer Tätigkeit oder doch nur das Gehalt? Glück ist individuell. Für viele zählen zum beruflichen Glück deshalb auch Aspekte wie eigenverantwortliches Arbeiten oder freie Zeiteinteilung.

Das Tempo wird immer schneller, im Job wie im Privatleben. Mit hechelnder Zunge rennen wir unseren Terminen hinterher, quetschen in jede halbe Stunde noch schnell eine Verabredung, die dann von fünf Telefonaten unterbrochen wird, und nutzen das freie Wochenende bis zur letzten Stunde aus, ohne mal die Seele baumeln zu lassen. Das Leben verlangt uns viel ab! Aber wir lassen es uns auch abverlangen. Wir sind kaum in der Lage Grenzen zu setzen. Und das, obwohl wir eigentlich aus dem Bauch heraus spüren, wie gut es uns tut, unser eigenes Tempo zu gehen, unsere Tage zu entschleunigen.

Immer schnellere Taktung in der Arbeitswelt

“Nie war die Taktung in der Arbeitswelt so hoch wie heute. Produktzyklen werden kürzer, Arbeit verdichtet sich und verteilt sich auf immer weniger Schultern. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Was zunächst nach mehr Freiheit aussieht, bereitet nicht wenigen Probleme”, schreibt auch die Karriere-Bibel auf ihrer Seite. Kurz und knapp - so steht es auch um die Behandlungszeiten in der Physiotherapie. Fast jeder Therapeut, der im üblichen 20-Minuten-Rhythmus arbeiten muss, kennt das Dilemma: Er weiß gar nicht, wann er zwischen den Patienten mal ein Glas Wasser trinken oder mal eben auf die Toilette huschen kann. “Immer weiter im Takt, aber flott!” ist die übliche Devise in vielen Praxen.

Entschleunigung führt zum Erfolg

Wir von mobile Physio wollen das nicht, weder für unsere Patienten noch für unsere Therapeuten. Bei uns dauert jede Behandlungseinheit eine volle Stunde. So kommt der Therapeut auch wirklich beim Patienten an, der Patient entspannt sich und öffnet sich für die Therapie. Wir sind der Meinung, die Dinge zu entschleunigen führt häufig zu mehr Qualität und damit schneller zum Erfolg. Das bestätigen nicht nur die Patienten, sondern auch unsere Mitarbeiter, die sich ein anderes Arbeiten kaum mehr vorstellen können.

Eigenständiges Arbeiten macht glücklich

“Spielraum für Eigenständigkeit ist wichtig. Menschen sind glücklicher, wenn sie relativ selbstständig arbeiten dürfen. Daher lohnt es sich, ihnen einen gewissen Handlungsspielraum zu lassen. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern die Freiheit gewähren, eigene Lösungen für Probleme zu finden, ergibt sich eine größere Zufriedenheit bei der Arbeit. Auch flexible Arbeitszeiten, die auf die Lebenssituation der Mitarbeiter Rücksicht nehmen, können denselben Effekt haben”, ist in der Studie der Jobbörse Stepstone zum Thema Wohlbefinden und Glück am Arbeitsplatz nachzulesen. Interessanterweise hören wir genau die Argumente Eigenständigkeit und Flexibilität aus unserem Team, wenn wir fragen, was das Arbeiten bei Bunz mobile Physio so angenehm macht. “Unsere Therapeuten vereinbaren ihre Termine mit den Patienten selbst. Sie entscheiden eigenständig, wann sie bevorzugt arbeiten möchten. Das ist natürlich gerade für Mütter eine geniale Lösung. Sie versorgen gerne am frühen Abend noch ein, zwei Patienten und überlassen die Kinder in dieser Zeit den Vätern. Auf diese Weise kommen sie vor die Tür, bleiben im Job und erhalten Anerkennung und Wertschätzung von außen”, weiß Team- und Qualitätsmanagerin Ekaterina Sandakova.

Verantwortung als Chance zur Persönlichkeitsentwicklung

Manche Vorgesetzte fühlen sich gezwungen, alles zu kontrollieren. Aber das hat seinen Preis, denn sie nehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zu wachsen, eigene Ideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Immerhin stellt das Gefühl von Eigenständigkeit und Freiheit ein fundamentales menschliches Bedürfnis dar. Laurence Vanhée, Chief Happiness Officer und HR-Manager des Jahres 2012 in Belgien, empfiehlt (www.roberthalf.de, Seite 19): „Indem Sie es dem Mitarbeiter überlassen, wie, wann und wo er die Aufgabe erledigt, haben Sie eine der besten Grundlagen für ein glückliches Team geschaffen.“ Ähnlich äußert sich dazu der Personaldienstleister Robert Half in seiner Studie, rät jedoch ergänzend zur wohlwollenden Begleitung (Seite 20): “Bieten Sie jederzeit Ihren Rat und Ihre Unterstützung an, so dass Mitarbeiter bei Schwierigkeiten auf Sie zukommen und nicht das Gefühl haben, vollkommen auf sich allein gestellt zu sein”.

Fehlerkultur: Ein kleiner Fehler ist meist keine große Katastrophe

Diese Haltung ist besonders im Sinne einer guten Fehlerkultur innerhalb eines Unternehmens wichtig. Überall und jedem geht mal etwas schief, dem Chef wie dem Angestellten. Gehen die Vorgesetzten selbst offen mit ihren Fehlern um, steigen auch die Chancen, dass sich Mitarbeiter an sie wenden, wenn ihnen ein Malheur passiert. Gegenseitiges Vertrauen statt Furcht vor Sanktionen ist in solchen Momenten entscheidend. Denn ein kleiner Fehler allein ist meist noch keine große Katastrophe. Zu der kommt es häufig erst im weiteren Verlauf wenn Fehler unbemerkt bleiben oder bewusst vertuscht werden. Ergo bietet jeder Fehler, der früh erkannt wird, die Chance zur Korrektur oder gar zur Qualitätsverbesserung.

Wie meistert man ungute Situationen?

Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis: Unser Therapeut ist in Köln im Auto unterwegs zum Hausbesuch. Auf einmal sind die Straßen dicht, er steckt im Stau. Oh Mann, er wird zu spät zum Termin kommen…! Wie jetzt optimal reagieren? Ganz einfach: Dem Patienten telefonisch Bescheid geben, dass man sich etwas verspätet (keiner wird böse sein, solange er zeitnah informiert wird!) und beim nächsten Hausbesuch einen zeitlichen Stau-Puffer einplanen. Fazit: Ungute Situation proaktiv gut gelöst und daraus gelernt.

Wir erweitern unser Team

Unser Team wird immer größer, an jedem unserer Standorte. Trotzdem könnten wir überall noch mehr helfende therapierende Hände gebrauchen, um die vielen Anfragen von Patienten annehmen zu können. Oft sind es Menschen, die wirklich Hilfe benötigen, wie kleine Krebspatienten oder immobile Senioren. Wir suchen neue Mitarbeiter an jedem unserer Standorte in deutschen Großstädten sowie Wien und Graz. Ausführliche Informationen stehen auf unserer Internetseite, oder Du kontaktierst uns gleich direkt.

Weitere Beiträge zum Thema Glück im Physiotherapie-Job:

Vielleicht fragst Du Dich, weshalb wir auf die Punkte sinnstiftende Tätigkeit, Wertschätzung, Entlohnung sowie Freiheit und Sicherheit nicht eingegangen sind. Diese Aspekte haben wir absichtlich ausgelassen, um sie anderweitig ausführlich zu besprechen.

Du kannst in diesen Beiträgen darüber lesen:

>> Glück im Physiotherapie-Job: Wie wichtig ist sinnstiftende Arbeit?
>> Glück im Physiotherapie-Job: Entscheiden Wertschätzung und Lohn?
>> Glück im Physiotherapie-Job: Sind Freiheit und Sicherheit vereinbar?
>> Glück im Physiotherapie-Job: Wie wichtig ist das Arbeitsklima?

Arbeitsamt: Mangel an Fachkräften bei den Physiotherapeuten

Jetzt ist es amtlich: Im Bereich der Physiotherapie herrscht in 10 von 16 Bundesländern ein Mangel an Fachkräften. Das ist der jüngsten Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit zu entnehmen.

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Tanja Schütz 28.02.2018
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