Berufsverband rät: Nicht blindlings Geld und Zeit investieren

Welche Fortbildungen belegen Physiotherapeuten am häufigsten? An der Physio-Akademie ist die Manuelle Therapie klar der Spitzenreiter. Folgende Schwerpunkte zeichnen sich außerdem ab.

 

Trends gibt es in fast allen Branchen. Meist gehen sie mit Neuerungen am Markt, Veränderungen in der Gesellschaft oder wissenschaftlichen Erkenntnissen einher. So ist das auch in der Physiotherapie, einem eher noch jungen Beruf. Auch hier wird viel Neues ausprobiert, aber auch wieder verworfen. Drum ist der Rat von Ute Merz, Pressereferentin des Deutschen Verbandes für Physiotherapie, zum Thema Fortbildungen: Sich nach der Ausbildung erst einmal Zeit lassen. Und wirklich das machen, was einen interessiert und was man selbst möchte, und nicht irgendwelchen Trends aufsitzen.

Arbeiten und orientieren

“Ich finde es wichtig, dass die Leute nach ihrer Ausbildung erstmal zum Arbeiten kommen, um in der Praxis zu sehen, wohin sie sich orientieren möchten”, empfiehlt sie. Und legt allen Berufseinsteigern ans Herz, nach der Ausbildung nicht blindlings viel Geld und Zeit für zusätzliche Ausbildungen zu verwenden, so lange man nicht weiß, in welche Richtung man sich entwickeln möchte.

Mehr Erfahrung - mehr Klarheit

Ute Merz - selbst Physiotherapeutin - spricht aus eigener Erfahrung, wenn sie dem Nachwuchs empfiehlt, sich keinesfalls zu früh festzulegen, sondern erstmal abzuwarten, was der Beruf so mit sich bringt. So erkenne man am besten, welche Fortbildungen man benötigt und mit welchen Methoden man am liebsten arbeitet.

Tendenzen bei Weiterbildungen

Klare Tendenzen am Markt kann der Deutsche Verband für Physiotherapie allerdings durchaus erkennen. So werden beispielsweise an der Physio-Akademie, dem hauseigenen Bildungswerk des Verbands, mit Abstand am meisten Kurse für Manuelle Therapie (MT) gebucht. Geschäftsführer Heiko Dahl führt dafür zwei Gründe heran. Zum einen ist MT tatsächlich gerade in der Orthopädie häufig das Mittel der Wahl, zum anderen unterrichten diese Weiterbildung die meisten von den Krankenkassen anerkannten Fachlehrer.

Zertifizierte Kurse bringen mehr Geld

Für alle Laien: Entscheidet sich ein Physiotherapeut für eine Fortbildung, muss er differenzieren: Hält die Weiterbildung ein von den Krankenkassen anerkannter Fachlehrer, dann ist es eine zertifizierte Ausbildung, die bei der Abrechnung eine weitere oder höhere Abrechnungsposition bringt. Daneben gibt es auch Instruktoren, die nicht zertifiziert sind. “Ihre Kurse sind gefragt, weil die Themen schlichtweg so interessant sind”, erklärt Heiko Dahl.

Manuelle Therapie der Spitzenreiter

Zurück zur großen Auswahl an Fortbildungen. Beim Bildungswerk werden an allen Kursorten in Deutschland laut Dahl überwiegend Kurse in MT belegt. Das hält er auch für sinnvoll. Denn MT beziehe sich auf das Bewegungssystem - und damit das Hauptbetätigungsfeld der Physiotherapeuten. Somit ist es die Methode im orthopädischen Bereich, die in der Praxis am häufigsten angewandt wird, denn der Großteil der Patienten ist nach Verletzungen oder Operationen bewegungseingeschränkt und muss wieder mobilisiert werden.

Fachbereiche überschneiden sich

Allerdings gibt es auch gewisse Überschneidungen der Fachbereiche. Ein gutes Beispiel ist der typische Schlaganfallpatienten, der seine Hand nicht mehr bewegen kann. Da kommt dann auch in der Neurologie die MT zum Einsatz. Denn nach Lähmungserscheinungen sind oft die Gelenke in den Extremitäten unbeweglich geworden. Solche Störungen im Bewegungssystem lassen sich damit gut therapieren. “Sehen Sie, die Ursache der Störung ist zwar neurologisch, die Folgeerscheinungen werden aber auf orthopädische Weise behandelt”, differenziert Heiko Dahl.

Die häufigsten Fortbildungen

Als Geschäftsführer des Bildungswerks hat er einen guten Überblick, welche Fortbildungen an der Physio-Akademie bevorzugt belegt werden. MT ist der Spitzenreiter, danach kommen die verschiedenen neurologischen Kurse wie Bobath, Vojta und PNF (propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation). Danach geht es mit Manueller Lymphdrainage wieder in den orthopädischen Bereich. Diese Einschätzung des Bildungswerks deckt sich mit den Meinungen aus unserem Team bei Bunz mobile Physio. Exakt diese Weiterbildungen führten die Mitarbeiter als die häufigsten und aus ihrer Sicht wichtigsten an. Lesen Sie hierzu auch “Physiotherapeuten: Sie bleiben ein Berufsleben lang wissbegierig”.

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