Tanja Schütz 15.12.2016

Arabische Physiotherapeuten: Deutsche schätzen deren gute Ausbildung

Für das Team von Bunz mobile Physio bewerben sich derzeit viele Therapeuten arabischer Herkunft. Ihre Ausbildung in der Heimat ist oft hervorragend, deshalb ist die Anerkennung meist problemlos.

Es kommt Bewegung in die Physiotherapie-Szene: Seit einiger Zeit fällt dem Team von Bunz mobile Physio auf, dass sich viele Physiotherapeuten arabischer Herkunft bewerben. Ihre Ausbildung in den Heimatländern ist häufig so gut, dass sie hier schnell und problemlos anerkannt wird. Der erste Schwung der Flüchtlinge, angekommen in Deutschland?

Was sind die Hintergründe, wie sieht die Ausbildung aus? Auch wir bei bunz mobile Physio haben Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Sie können uns Einblicke gewähren, auch wenn sie schon seit vielen Jahren in Deutschland leben.

Gibt es große Unterschiede in der Physiotherapie in Deutschland und Ihren Heimatländern?

Mohammed Aldalon, 31 Jahre, aus Palästina:
“Die Deutschen achten viel besser auf ihre Gesundheit. Sie erkennen den Wert der Physiotherapie und wissen, wie viel man dadurch verbessern kann. Das ist für uns Therapeuten sehr erfreulich, aber auch für die Patienten, die durch ihr eigenes Mitwirken bessere Ergebnisse erzielen. In Palästina haben viele Patienten die Einstellung, sie gehen zur Massage oder kommen zur Wellness. Dort wissen meist nur Patienten mit orthopädischen oder neurologischen Problemen unsere Arbeit zu schätzen. Klar, sie sind es ja auch, die häufig am schnellsten Behandlungserfolge sehen.” 

Radouan Jebiri, 27 Jahre, aus Tunesien:
“Ich kann das nur bestätigen. Wenn ich meine Familie in Tunesien besuche, stelle ich Ähnliches fest. Tunesier gehen nur zur Physiotherapie, wenn sie große gesundheitliche Beschwerden haben. In den Krankenhäusern ist die Physiotherapie selbstverständlich - für die akuten Fälle. Aber danach? Nur wer wirklich sehr krank ist, lässt sich in einer Physiotherapie-Praxis auch später behandeln. So zumindest ist mein Eindruck, wenn ich dort bin.“

Liegt das nicht auch am Gesundheitssystem?

Radouan: “Auf jeden Fall. In Tunesien gibt es viele Menschen, die nicht richtig krankenversichert sind. Sie können sich Arztbesuche schon kaum leisten und Physiotherapie gleich gar nicht.“

Mohammed: “Man muss natürlich sehen, dass der Beruf des Physiotherapeuten ein sehr junger Beruf ist. In Palästina gibt es ihn seit etwa 30 Jahren, hier wohl seit Ende der 70er Jahre - entwickelt aus dem Beruf des Krankengymnasten. In Deutschland wissen die Menschen um den Nutzen der Physiotherapie, doch es gibt einfach zu wenig Physiotherapeuten. Personalmangel ist in Deutschland ja ein grundsätzliches Problem im Gesundheitswesen. Viele Menschen müssen lange auf Termine warten, Hausbesuche gibt es nur in Ausnahmefällen.“

Wie unterscheidet sich die Ausbildung verglichen mit Deutschland?


Mohammed: “In Palästina musste ich ein naturwissenschaftliches Abitur vorweisen. Gute Noten in Chemie, Biologie, Physik und Mathematik waren erforderlich, um am College der United Nations in Gaza Stadt aufgenommen zu werden. Physiotherapie ist dort ein akademischer Studiengang wie in vielen angelsächsischen Ländern. Etliche meiner Kommilitonen haben an der Partneruniversität in Kalifornien fertig studiert und dort sogar promoviert. Mit dieser Ausbildung war die Anerkennung meines Abschlusses in Deutschland überhaupt kein Problem." 

Sie beide sind arabischer Herkunft und Muslime. Kommen dabei manchmal Glauben und Beruf in einen Interessenkonflikt?

Radouan: “Der Glaube spielt für uns in unserem Beruf keine Rolle. Hier geht es um medizinische Belange und die haben Vorrang. “ Mohammed: “In Palästina herrscht eine große Freiheit in religiöser Hinsicht. Christen und Muslime leben friedlich und gut zusammen. In medizinischen Dingen tritt der Glaube in den Hintergrund. Ob Männer oder Frauen, für unsere Ärzte oder Physiotherapeuten steht der Mensch im Vordergrund. Sie behandeln unabhängig vom Geschlecht. So sieht es der islamische Glaube auch vor.“ Das Team von Bunz mobile Physio wächst stetig. Deshalb freuen wir uns immer auf neue nette Mitarbeiter. Falls Sie interessiert sind, lesen Sie hier weiter oder nehmen Sie direkt mit uns Kontakt auf .

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