Tanja Schütz 15.02.2020

Physiotherapie: In der Geriatrie entscheidet sich oft die Zukunft

Nicht jedem liegt es, sich um ältere Menschen zu kümmern. Für Lisa Feustle gibt es nichts Schöneres. Sie hat als Physiotherapeutin in der Geriatrie ihren Traumjob gefunden. Mit viel Energie und einer bewundernswert positiven Einstellung begegnet sie ihren Patienten im Krankenhaus und bei den Hausbesuchen, die sie für Bunz mobile Physio rund um Memmingen macht.

Weshalb Lisa völlig in ihrem Job aufgeht, hat mehrerlei Gründe. Sie behandelt gerne ältere Menschen, da sie weiß, bei ihnen geht es um viel. Und sie schätzt das menschliche Miteinander mit dieser Altersgruppe. Gleichzeitig bringen deren multiple Erkrankungen viel Abwechslung in den Berufsalltag der 28 jährigen, so dass sie inhaltlich ausreichend Abwechslung hat. 

Abwechslung: Vielseitige Krankheitsbilder in der Geriatrie

“Ach, ehrlicherweise konnte ich mich in den Anfängen meiner beruflichen Laufbahn nicht wirklich entscheiden, ob ich in die Fachrichtung Orthopädie, Neurologie, Chirurgie oder Innere Medizin möchte. Alles hat mich interessiert. Und ich konnte mir nicht vorstellen, immer nur eine Sache wie nur Schlaganfälle oder nur frisch operierte Hüften zu behandeln. Als ich dann längere Zeit in der Geriatrie war, habe ich gemerkt: Das ist es. Dieser Fachbereich ist perfekt für mich”, erzählt Lisa und beschreibt genauer weshalb. Zum einen haben die älteren Menschen oftmals mehrere Probleme gleichzeitig, so dass allein schon bei einem Patienten verschiedene Krankheitsbilder zu behandeln sind. Zum anderen bringt die Geriatrie per se eine gewisse Vielseitigkeit mit sich. Die Diagnosen bei den Senioren sind sehr unterschiedlich, da ist viel Abwechslung im beruflichen Alltag gegeben. 

Ausgeprägte Persönlichkeiten unter den Senioren

Das Zwischenmenschliche ihrer Arbeit bedeutet der jungen Physiotherapeutin sehr viel. Fast immer freuen sich die älteren Menschen auf ihre Behandlung und sind dankbar, wenn sie zum Hausbesuch anrückt. Von Ihnen erfährt sie eine große Wertschätzung und Dankbarkeit, sie nehmen Lisas Unterstützung nicht selbstverständlich. Manchmal haben aber die Angehörigen die Versorgung organisiert und Lisa stößt zunächst auf eher unwillige Patienten. “Aber irgendwie finde ich dann doch immer einen Zugang: Über ihren früheren Beruf, ihre Hobbys und was fast immer funktioniert: die Enkelkinder. Dann werden sie auf einmal doch willig und arbeiten motiviert mit”, berichtet die Therapeutin.

Ins Heim oder zurück nach Hause?

Bei ihrer Arbeit im Krankenhaus entscheidet sich in der Geriatrischen Abteilung oft die weitere Zukunft ihrer Patienten. Können Sie zurück nach Hause, zurück in ihren Selbständigkeit? Oder bleibt nur die Möglichkeit eines Pflegeheims? Wie kommen die Menschen mit dieser Entscheidung klar? Ist es ein sehr großer Schritt oder nur ein kleiner, weil sie sich sogar freuen, künftig mehr Gesellschaft und Unterstützung im Alltag zu haben? 

Nach der Reha zuhause fit für den Alltag werden

Lisas andere Senioren, die sie für Bunz mobile Physio im Hausbesuch betreut, leben in der Regel in ihren eigenen vier Wänden. Sie lassen sich nach einem Krankenhausaufenthalt oder nach der Reha von ihr helfen, wieder auf die Beine zu kommen. Damit es noch sehr lange selbständig Zuhause funktioniert. 

Rollator: Nein, danke! Ich (90) bin zu jung!

Vorsichtig muss sich Lisa immer anpirschen, wenn es um Hilfsmittel geht, die den Senioren  den Alltag erleichtern. Da spielen die Themen Stolz und Einsicht eine große Rolle. “Am Schlimmsten ist es mit dem Rollator”, schmunzelt die junge Therapeutin. Den verweigern die meisten so lange es irgendwie geht. Von über 90 jährigen kämen Sprüche wie “Ich will keinen. Ich bin noch nicht so alt”. Viele von ihnen schätzen sich selbst völlig falsch ein.  Lisa muss dann vorsichtig den Gedankenprozess anregen, dass der Rollator kein Feind, sondern ein Freund ist. Er bedeutet keinen Verlust von Selbständigkeit, sondern ein mehr an Freiheit. Und zwar deshalb: “ Mit einem Rollator kann sich jeder selbständig bewegen ohne darauf angewiesen zu sein, dass der Sohn, die Tochter oder die Krankenschwester ihn begleitet. Der Rollator sorgt für mehr Sicherheit, denn er minimiert die Sturzgefahr. Und eine Hilfe ist er gleichzeitig, indem er für einen die Einkäufe nach Hause fährt, die man sonst tragen müsste.”

Vorbehalte gegen Hilfsmittel sind groß

Auch andere Hilfsmittel zur Erleichterung des Alltags wie beispielsweise der Badewannenlift werden gerne mit Argwohn beäugt, bis sie dann doch Gefallen finden. Lisa kennt die Vorbehalte zur Genüge. Mit einer Engelsgeduld kann sie die älteren Herrschaften fast immer sanft überzeugen. Dankbar stehen die Angehörigen daneben und wundern sich, wie der sture Opa oder die starrsinnige Oma doch noch ihre Meinung ändern.

Patienten im ländlichen Umfeld versorgen

Im Einzugsgebiet Memmingen gibt es viele kleine Ortschaften ohne eigene Praxis für Physiotherapie, aber mit Patienten, die Physiotherapie brauchen. Ob alt, ob jung, nach Operation, Verletzung oder Unfall, diese Menschen versorgt Lisa Feustle mit mobiler Physiotherapie. Und die Arbeit mit ihnen genießt sie ganz besonders. Denn für sie hat sie anders als für die Patienten im Krankenhaus so wirklich Zeit. 60 Minuten dauert jeder Hausbesuch. Da kann sich die Physiotherapeutin viel Zeit nehmen und auf jeden einzelnen ihrer Schützlinge ganz individuell eingehen. 

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