Tanja Schütz 20.01.2018

Physiotherapeuten warnen vor Lammfell-Boots: Sie schaden den Füßen

Bequem und kuschelig, man mag sie gar nicht ausziehen: Doch wer die beliebten Lammfell-Boots wie UGGs und Co trägt, tut sich nichts Gutes. Physiotherapeuten warnen vor dauerhaften Schäden.

Ob UGG, EMU oder MOU: Die gefütterten Winterstiefel gibt es mittlerweile von vielen Herstellern. Gerade Frauen lieben die kuscheligen Lammfell-Boots und kommen in den kalten Monaten kaum raus aus den gefütterten Stiefeln zum Reinschlüpfen. Doch Bequemlichkeit bedeutet nicht, dass die Treter auch gesund für die Füße sind. Das Gegenteil ist der Fall. Unter medizinischen Gesichtspunkten sind die Lammfell-Boots eine schlechte Wahl. Experten sind alles andere als begeistert von den “Enten-Latschen”, die der Gesundheit sogar schaden können.

Lammfell-Boots ursprünglich nur für Surfer

Lammfell-Boots aus Australien sind seit mehreren Jahren sehr populär, doch in Deutschland völlig fehl am Platz. “Sie haben überhaupt kein Profil, denn sie waren ursprünglich nur für den Strand gedacht. Die australischen Wellenreiter und Surfer haben sie angezogen, wenn sie aus dem Wasser kamen, damit sie schnell wieder warme Füße hatten”, erzählt die Physiotherapeutin Meike Pittius und kritisiert den aktuellen Trend. Denn diese Art von Schuhen ist aus gesundheitlicher Sicht eine Vollkatastrophe.

Ein instabiler Schuh ohne Profil

Da die Schuhe kein Profil haben, rutscht man leichter aus. Und da sie dem Fuß keinen festen Halt geben, knickt man auch noch leichter um. Das sind aber noch nicht alle Nachteile. Meike Pittius vom Team Bunz mobile Physio erklärt es genauer: “Im Zusammenspiel mit Sehnen und Bändern fungiert das knöcherne Längs- und Quergewölbe des Fusses als natürliches Dämpfungssystem des Körpers. Der Fuß fängt beim Auftreten Stöße ab und verringert so die Belastung für den übrigen Bewegungsapparat. In den Lammfell-Boots ist der Fuß zwar begrenzt, aber ohne festen Halt. Daher bräuchte er wenigstens von unten ein unterstützendes Fußbett. Auch das fehlt. In dieser Kombination kann der Fuß seiner natürlichen Dämpfungsfunktion nicht nachkommen. Er schwimmt im Schuh.”

Für Schwangere absolut tabu

Dass die jungen Frauen in den Lammfell-Boots eher watschelnden Enten als eleganten Mannequins ähneln, sieht man sofort. Doch woher kommt das? Die Ursache ist, dass die extrem flache Sohle nicht flexibel ist. Sie hängt wie eine feste Platte unten am Stiefel. Daher kann der Fuß nicht natürlich abrollen, was für den wenig eleganten, schlurfenden Gang sorgt. “Gerade schwangere Frauen sollten keinesfalls diese Art von Schuhen tragen. Sie machen sich sonst ihr Fußgewölbe völlig kaputt”, warnt Meike Pittius.

Auch FlipFlops und Clogs äußerst problematisch

Äußerst problematisch ist auch Schuhwerk wie FlipFlops oder Clogs, das keinen Fersenriemen hat. Die Sohlen sind starr, der Schuh hängt am Fuß. Dadurch versuchen die Zehen bei jedem Schritt, den Schuh “fest zu krallen”. Das führt auf Dauer zu einer Verkürzung und Verhärtung der Plantar-Faszie. Das Fußgewölbe wird starr und unbeweglich, die Kraft und damit die Dämpfungsfähigkeit lassen nach.

Clogs No! Crocs Go!

Obwohl gerade medizinisches Personal die Folgen bestens kennen müsste, sind hölzerne Clogs und Plastik-Crocs in Praxen und Krankenhäusern sehr beliebt. Dafür hat Meike Pittius sogar bedingt Verständnis: “Clogs gehen gar nicht. Sie führen auf Dauer garantiert zu Schäden. Also Finger weg! Aber Crocs machen durchaus Sinn. Sie sind leicht, haben ein Fußbett und einen Fersenriemen sowie den großen Vorteil, dass sie für den OP leicht keimfrei gemacht werden können.”

Augen auf bei der Schuhwahl

Je höher der Absatz, um so fester muss der Fuß im Schuh sitzen. Flip Flops und andere Latschen nur für Kurzstrecken Hohe Absätze generell vermeiden

Noch mehr Informationen

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Tanja Schütz 09.05.2017
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