Tanja Schütz 15.12.2016

Gehirnblutung: 28-jährige Medizinstudentin kämpft sich ins Leben zurück

Die Therapeuten von Bunz mobile Physio haben es bei den Hausbesuchen oft mit ungewöhnlichen Menschen und Diagnosen zu tun. Lesen Sie hier, was unser Team besonders berührt.
Einen klassischen Arbeitsalltag wie in einer Physiotherapiepraxis gibt es für die Therapeuten von Bunz mobile Physio nicht. Unser Team hat es mit so unterschiedlichen Menschen und Diagnosen zu tun, dass der Job stets ungewöhnlich abwechslungsreich bleibt. Natürlich gibt es Patienten, die nach einer Operation mobilisiert werden müssen oder einfach nur Rückenprobleme haben. Aber immer wieder gibt es ganz ungewöhnliche Fälle, sehr schwere und auch “leichtere”.

Menschen, die uns sehr berührten

Die Bandbreite ist groß: Von der jungen Medizinstudentin, die sich nach einer Gehirnblutung zurück ins Leben kämpft, bis zu einem älteren Herrn, der nach einem Beinbruch nicht mehr aus seinem Rollstuhl möchte, obwohl er eigentlich mit Stützen gehen könnte. Hier beispielhaft zwei Fälle, die uns in unserem Therapeuten-Leben besonders berührten:

Raus aus dem Rollstuhl

Sieben Wochen waren seit dem Beinbruch vergangen. Doch der ältere Herr hielt beharrlich an seinem Rollstuhl fest. Darin zu sitzen war ihm lieber, als die Gehstützen zu nehmen. “Es war unglaublich. Er entwickelte alle möglichen Tricks, um die Gehstützen zu vermeiden. Lieber robbte er durch die Wohnung oder blieb den ganzen Tag in seinem Rollstuhl”, erinnert sich Michaela Grund an diesen Patienten. Er behauptete sogar, sich gar nicht aufrichten zu können, dabei sei das jedem Menschen sogar einbeinig möglich.

Unterschätze nie die Macht der Angst

“Ich habe ihm gesagt, mit der Reha in zwei Wochen wird es nichts, wenn Sie nicht mal mit Stützen gehen können. Und dass ich nicht eher gehen werde, bevor er mit den Stützen nicht wenigstens bis zur Treppe läuft”, schmunzelt die 37-jährige. Doch hat sie auch viel Verständnis für die Hemmschwellen, die manche Menschen am Fortschritt hindern. Deshalb fügt sie ernst hinzu: “Unterschätze nie die riesige Macht der Angst, der Unsicherheit und der Gewohnheit. Man muss den Menschen einfach Mut machen und ihnen Sicherheit geben. Deshalb ist das Gespräch mit den Patienten so wichtig,”

Schritte in die Freiheit

Und tatsächlich: Obwohl der Patient koordinativ größte Schwierigkeiten hatte, mit Gehstützen zu laufen, konnte er noch während der ersten Behandlung ein paar Meter gehen. Schnell lernte er den 3-Punkt-Gang, bei dem das betroffene Bein nur wenig belastet wird. Und dann war auch bald die große “Hürde” Treppe genommen - für den älteren Herrn die entscheidenden Schritte in seine Freiheit. Denn wegen des Rollstuhls hatte er sieben Wochen lang seine Wohnung gar nicht mehr verlassen. Und mit der Reha klappte es letztlich auch. Jetzt ist der Mann wieder gut zu Fuß - ohne eine einzige Stütze…

Hirnblutung an Weihnachten

Gegen eine Reha entschieden hatte sich eine 28-jährige Medizinstudentin, die nach einer Hirnblutung halbseitig gelähmt war. Es war der erste Weihnachtsfeiertag 2015. Die junge Frau war bei ihren Eltern, als sie plötzlich Kopfschmerzen bekam. “Die Schmerzen waren etwas stärker als sonst. Ich dachte, jetzt kommt ein Migräneanfall”, erinnert sie sich. Doch den Eltern - ebenfalls Mediziner - war umgehend klar: Hier stimmt etwas überhaupt nicht. Sofort holten sie den Notarzt, das Krankenhaus war nah, die entsprechenden Fachärzte zufällig im Dienst. Eine Verkettung glücklicher Umstände im größten Unglück.

Rechte Körperhälfte gelähmt

“An die erste Zeit nach der Hirnblutung kann ich mich kaum erinnern. Doch nach ein, zwei Wochen merkte ich, dass mein Körper nicht funktioniert. Die rechte Hand war gelähmt und das rechte Bein. Außerdem konnte ich nicht sprechen. Ich meinte immer, ich rede, dabei habe ich die Sätze nur gedacht und rausgekommen ist nichts”, schildert die 28-jährige ihren Zustand.

Intensive Reha zu Hause

Ihre Familie setzte alle Hebel in Bewegung, damit sie die bestmögliche Unterstützung erhält. Die Eltern wollten für ihre Tochter keine klassische Reha, sondern organisierten alles zu Hause: “Deshalb ging ich nicht auf Reha, die Reha kam zu mir.” Das Programm war umfangreich: An sechs Tagen pro Woche 1,5 Stunden Logopädie, an fünf Tagen pro Woche zweimal täglich Ergotherapie und ebenfalls an fünf Tagen zweimal täglich Physiotherapie.

Schnelle Erfolge

“Ich übte den ganzen Tag über sehr intensiv. Denn ich hatte ein Ziel: Den Abschluss meines praktischen Jahres und die mündliche Prüfung, also das dritte Staatsexamen. Und ich habe es geschafft”, freut sich die junge Frau. Innerhalb weniger Monate war sie tatsächlich wieder so gut hergestellt, dass sie das praktische Jahr im Krankenhaus beenden konnte und zu ihrer Abschlussprüfung als Medizinerin antrat.

Medizinstudium abgeschlossen

Birgit Freudenreich, Physiotherapeutin bei Bunz mobile Physio, war Teil des Teams, das die junge Frau nach der Hirnblutung zu Hause betreute. “So eine intensive Behandlung wäre auf keiner Reha möglich gewesen. Toll, wie die Familie das organisiert hat”, erzählt Freudenreich. Gemessen am schweren Ausmaß der Ausfallerscheinungen ging es schon nach kurzer Zeit steil bergauf. “Innerhalb weniger Wochen kam fast alles zurück. Diese junge Dame hatte einen unglaublichen Biss und den Ehrgeiz, ganz schnell wieder gesund zu werden. Der Abschluss ihres Medizinstudiums war ihr großer Traum, den sie sich schließlich auch erfüllen konnte”, freut sich die 51-jährige Physiotherapeutin.

Keine Folgeschäden geblieben

Wieder völlig gesund feierte die 28-jährige das vergangene Weihnachtsfest wieder im Kreise der Familie. “Und natürlich haben wir nicht einfach nur Weihnachten gefeiert, sondern auch meinen 1. Geburtstag”, erzählt sie. Denn dass sie die Hirnblutung ohne Folgeschäden überstanden hat, grenzt schon fast an ein Wunder. Nur die Hälfte aller Menschen überleben eine Hirnblutung überhaupt, und wenn, dann meist mit ganz gravierenden Folgeschäden.

Auch Sie brauchen Hilfe?

Möglicherweise brauchen auch Sie oder ein Angehöriger physiotherapeutische Unterstützung. Wir können Ihnen helfen, ganz unkompliziert: Unsere Physiotherapeuten arbeiten in allen deutschen Großstädten sowie in Wien und Graz in Österreich. Wir sind spezialisiert auf Hausbesuche und schnelle Terminvergaben. So erreichen Sie uns.

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